„Ready Player One“ 4K Blu-ray im Test – Bestnoten für Bild & Klang

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"Ready Player One" auf 4K Blu-ray im Test

Steven Spielberg hat die Buchvorlage von „Ready Player One“ in einen großartigen Film überführt. In welcher Kategorie die 4K Blu-ray fast die 100% erreicht und wo Potential verschenkt wurde, liest du in unserem Test!

Inhalt (80%)


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Mit Ready Player One begibt sich Steven Spielberg auf ein ebenso mutiges wie für ihn ziemlich ungewohntes Terrain. Zwar ist er immer schon ein Regisseur gewesen, der gerne Effekte in seinen Filmen integriert, doch was er hier tut, geht zwei Schritte weiter. Ready Player One basiert auf dem 2010er SciFi-Roman von Ernest Cline. Cline entwarf in seiner Vorlage eine Welt, in der alles möglich ist. Mit einem Jetpack auf den Himalaya düsen? Kein Problem. Batman bei seinen Verbrechensbekämpfungen helfen? Immer gerne. In der OASIS ist alles möglich, was der Fantasie des Spielers entspringt. Dafür war es klar, dass Spielberg ausgiebigst eintauchen musste in die Welt des Motion Capturing. Denn seine Darsteller betreten die virtuelle Welt als Avatar – also unter Umständen mit einem komplett veränderten Aussehen.

Die Referenzen auf andere Kultfilme dürften so ziemlich jeden gefallen. Es gibt auf jeden Fall viel zu entdecken!
Die Popkultur-Referenzen gibt es in „Ready Player One“ zuhauf. 

Spielberg, der auch heute immer wieder zeigt, dass das Kind in ihm ziemlich dominant ist, tobt sich in seiner virtuellen Welt aus. Fast schon anarchisch sind die Szenen und Abfolgen in der OASIS. Wie entfesselt ist Spielbergs Regie, der selten so frei und zügellos schien. Gerade seine Dramen folgen ja eher einem kontrollierteren Korsett. Außerdem musste sich Spielberg – ein Regiekind der 80er – in der Geschichte einfach wohlfühlen, nutzt doch schon die Roman-Vorlage das Flair der 80er-Jahre ausgiebig. Denn Hommagen sind an jeder Stelle der virtuellen Welt zu finden. Wer sämtliche Zitate auf das Jahrzehnt von Vokuhila und Zurück in die Zukunft finden möchte, wird dafür schon Tage brauchen. Wie selbstverständlich hat man auch gleich noch die kultigsten Kultsongs der 80er im Soundtrack untergebracht. Was mit dem kongenial eingesetzten „Jump“ von Van Halen beginnt, geht weiter über George Michaels „Faith“ bis hin zu Twisted Sisters „We’re not Gonna Take it“.

Dass der Film nebenbei auch ziemlich witzig ist, verdankt er den humorvollen Elementen – oft durch den Kurator oder auch Bösewicht I-ROk vermittelt, der philosophischer ist als man seinem von Skeletor entnommenem Äußeren zutrauen mag. All diese Einzelheiten verbinden sich zu einem Film, dessen 140 Minuten Laufzeit nie auch nur den Hauch von Zähigkeit aufkommen lassen. Oft geht es derart rasant zu, dass man sich bestimmte Szenen noch mal anschauen möchte, weil man meint, etwas verpasst zu haben. Natürlich versteht Spielberg es aber genauso, seine virtuelle Welt vom realen Gegenstück abzusetzen. Während es in OASIS bunt und kontrastintensiv abgeht, wirkt die verarmte Welt, in der Wade lebt, ausgewaschen, grau und trist. Das unterstreicht die Botschaft, die schon dem Buch innewohnte: Wenn man in der Lage ist dermaßen realistische Welten im Computer zu entwerfen, sollte man auch in der Lage sein, die reale Welt nicht in den Abgrund stürzen zu lassen.

Auch wenn die Welt vor die Hunde geht, zum zocken ist immer Zeit
Auch wenn die Welt vor die Hunde geht, zum zocken ist immer Zeit

Schwachpunkte? Ja, die gibt es. So sind die Rätsel selbst für den Zuschauer so leicht zu durchschauen, dass man sich fragt, warum in fünf Jahren nicht einer von Millionen von Spielern drauf gekommen ist. Außerdem ist es schon sonderbar, dass sich Bad Guy Sorrento in der realen Welt mit seinen Schergen brutal und mörderisch verhält, aber von einer kontrollierenden Staatsgewalt keine Spur zu sein scheint – bis diese im Finale dann plötzlich aus dem Hut gezaubert wird. Tja, und dann sind da die Darsteller. Die sind nicht schlecht – im Falle von Ben Mendelsohn sogar ziemlich gut. Doch aufgrund der limitierten Zeit ihrer Auftritte, wirkt es bisweilen wie verschenktes Potenzial. Gerade Mark Rylance, der nach Bridge of Spies und BFG zum wiederholten Male mit Spielberg zusammenarbeitet, wirkt als öffentlichkeitsscheue und schüchterne Antiversion eines Steve Jobs mit seinem zersausten Haar irgendwie deplatziert. Auch Tye Sheridan, der schon in seinen frühen Rollen in Mud und Joe – Die Rache ist sein neben Akteuren wie Nicolas Cage und Matthew MacConaughey brillierte, bleibt unterfordert.

Ready Player One (4K Ultra HD) (+ Blu-ray 2D)

Preis: EUR 27,99

(0 Rezensionen)

34 Neu & Gebraucht erhältlich ab EUR 23,99

Bildqualität (90%)

Wer Steven Spielberg kennt, der weiß, dass er vornehmlich und gerne und aus Tradition analog filmt. Bei Ready Player One geht der Regisseur einen vermeintlich inkonsequenten Weg, der am Ende aber logisch ist. Die Realszenen ließ er von seinem angestammten Kameramann Janusz Kaminski analog filmen. Der komplette Rest, der in der virtuellen Welt spielt, gelangte digital und mit 2.8K am Ausgang auf die Festplatte. Von dem vereinten Material wurde allerdings nur ein 2K Digital Intermediate erstellt. Für die UHD wurde also auch hier hochskaliert und nicht nativ umgesetzt. Enthalten ist natürlich auch ein erweiterter Farbraum im Rahmen von Rec.2020 sowie beide aktuellen HDR-Formate HDR10 und Dolby Vision. Die höhere Auflösung, die durchs Hochskalieren erreicht wurde, lässt sich im laufenden Bild nur schwer erkennen.

Egal ob in der animierten OASIS oder im "echten Leben". Die Bildqualität ist Top!
Egal ob in der animierten OASIS oder im „echten Leben“. Die Bildqualität ist Top!

Close-ups von ruhigen Einstellungen in der virtuellen Welt zeigen die etwas definierteren Linien und klarere Abgrenzungen. Die Körnung der Realszenen wird glücklicherweise nicht schlimmer, sondern eher besser – denn durch die leichte Abdunklung fällt das Korn nicht mehr so auf. Gegenüber der BD liefert die UHD – egal, mit welcher HDR-Variante – das sattere, kontrastreichere und farbstärkere Bild. Gerade in den VR-Szenen wird das sichtbar – selbst wenn man es hier nicht maßlos übertrieben hat, mit den noch bunteren Farben. Die ohnehin schon kräftige Colorierung erhält einfach noch mehr Punch, ohne zu überstrahlen. Auf diese Weise werden die verschiedenen Universen in OASIS dermaßen kontrastreich und fantastisch wiedergegeben, dass es eine Augenweide ist.

Dolby Vision reduziert dabei gegenüber HDR10 einen ganz leichten Hauch von Grün und bietet das neutralere Bild – sichtbar allerdings nur, wenn man die Screenshots runterlädt und in schnellem Wechsel anschaut. Während regulärer Mischhelligkeiten liegt DV zudem vorn, was die Kontrastintensivierung angeht. Es wirkt alles noch mal eine Spur knackiger und satter als per HDR10. Lediglich in dunklen Szenen drohen Details ein wenig stärker abzusaufen als bei der HDR10-Variante – insgesamt haben beide etwas für sich und kommen punktgleich ins Ziel.

Ready Player One (4K Ultra HD) (+ Blu-ray 2D)

Preis: EUR 27,99

(0 Rezensionen)

34 Neu & Gebraucht erhältlich ab EUR 23,99

Tonqualität (95%)

Wie zuletzt bereits öfter, so spendierte man bei Anbieter Warner auch Ready Player One bereits für die Blu-ray eine Dolby-Atmos-Fassung – und zwar fürs Deutsche (True HD kodiert) und fürs Englische (BD: Dolby Digital Plus, UHD: True HD). Und was SIND das für grandiose Tonspuren. Bereits auf der regulären Ebene ist die Ortbarkeit sensationell. Räumlichkeit, Direktionalität, Direktheit erreichen absolutes Referenzniveau. Schon in der düsteren Realwelt leben sämtliche Lautsprecher auf und lassen die von metallisch-industriellen Geräuschen geprägte Umgebung im Heimkino erscheinen. Sobald es in die virtuelle Welt geht, weiß man dann gar nicht mehr, wohin man hören soll. Überall finden sich direktionale Geräusche und schließen sich zu einem Ganzen zusammen, das genau das erreicht, was Spielberg vorhatte: Man wird in die Welt hineingezogen. Gegenüber einigen Titel aus dem Marvel-Universum hat der Ton hier vor allem die entschlossenere Dynamik voraus. Viele Geräusche sind fein und leise, kaum wahrnehmbar und sorgen dennoch für Atmosphäre. Sie werden aber begleitet oder abgelöst oder umgeben von teils brachialen Motorgeräuschen und Explosionen, die zeigen, wie gut akustische Dynamik sein kann, wenn man sie zu nutzen weiß.

Wer eine Dolby Atmos Soundlösung besitzt wird sich freuen. Der Klang ist klasse. Viele Soundobjekte in den höheren Ebenen die auch korrekt verortet sind.
Wer eine Dolby Atmos Soundlösung besitzt wird sich freuen. Der Klang ist klasse. Viele Soundobjekte in den höheren Ebenen die auch korrekt verortet sind.

Addiert man nun die Heights hinzu, gibt es von Beginn an ausgiebig Anlass für diese, ins Geschehen einzugreifen. Was man hier an Sounds, Geräusch und Effekten abgelegt hat, sucht seinesgleichen. Schon das leichte Rauschen, dass die Atmosphäre der Stacks akustisch begleitet ertönt auch von oben und wenn die Drohne eines Pizza-Lieferdienstes über die Köpfe hinwegsaust, wähnt man einen ganzen Wespenschwarm über sich. Sobald die Szenerie in die virtuelle Welt überwechselt, wuscht, saust und braust es von oben. Wirbeleffekte, soghafte Sounds, wenn sich Dimensionstore öffnen, leichte perkussive Elemente und piepsende Computereffekte begleiten das Geschehen und auch die Kämpfe mit den Skorpionen zu Beginn werden sauber dargestellt. Schussgeräusche aus Waffen, die von oben abgefeuert werden, Laserprojektile – es gibt nur selten Momente, in denen es überhaupt still ist. Und, das Schöne an der ganzen Sache: Die Geräusche sind stets korrekt verortet. Es ist nie zu viel oder zu wenig, nie unrealistisch (weil Virtualität eben auch alles darf).

  • Deutsch: Dolby Atmos – 95% (2D-Betrachtung)
  • Deutsch: Dolby Atmos – 95% (3D-Betrachtung)
  • Englisch: Dolby Atmos – 95% (2D-Betrachtung)
  • Englisch: Dolby Atmos – 95% (3D-Betrachtung)

Bonus (80%)

Im Bonusmaterial von Ready Player One gibt es keinen Audiokommentar – wäre ja auch was ganze Neues bei Spielberg. Dafür ist der Rest des Extramaterials (das dann komplett auf der beiliegenden Blu-ray zu finden ist) reichhaltig und wirklich gut gelungen. Begonnen wird mit dem knappen Featurette „Die 80er als Inspiration“. In diesem dürfen die Filmbeteiligten ihre Liebe zum im Film genutzten Jahrzehnt kundtun. Außerdem werden hier viele genutzte Filmzitate offenbart – also lieber erst nach dem Film schauen. In „Spielwende: Der Code wird entschlüsselt“ kommen wir zum Haupt-Featurette. Das läuft knapp eine Stunde und taucht tief in die Entstehungsgeschichte des Films ein. In „Effekte einer schönen neuen Welt.“ bekommen wir dann gut 25 Minuten lang Einblick in die komplexen visuellen Effekte von Ready Player One. „Level up: Der Sound für die Zukunft“ kümmert sich dann um das spezielle Sounddesign und „High Score: Endgame“ schildert die Arbeit von Komponist Alan Silvestri. „Das großartige Abenteuer von Ernie & Tye“ lässt Drehbuchautor Cline und Darsteller Sheridan im Rahmen der Filmpremiere in Austin noch einmal über den Film referieren.

Gesamtbewertung Ready Player One 4K Blu-ray (88%)

Spielbergs Ready Player One hat seine kleineren inhaltlichen Probleme und verliert sich manchmal etwas zu sehr in seiner virtuellen Welt. Was der Regisseur in dieser aber abfeiert und zelebriert ist Unterhaltungskino in Perfektion. Visuell gesehen ist das großartig inszeniert und die in die Hunderte gehenden Popkultur-Zitate erfreuen das Herz des leidenschaftlichen Film-/Musik- und Gamingfans. Etwas weniger Süße am Ende und noch deutlicher ausformulierte Kritik und Ready Player One wäre noch besser geworden. Technisch liefert die UHD das etwas sattere, aber nicht zwingend drastisch besser aufgelöste Bild. Der fantastische Atmos-Sound ist verlustfrei schon über die Blu-ray zu bekommen und wird auf längere Zeit als Referenz für kommende Titel herhalten müssen.

Ready Player One (4K Ultra HD) (+ Blu-ray 2D)

Preis: EUR 27,99

(0 Rezensionen)

34 Neu & Gebraucht erhältlich ab EUR 23,99


Ready Player One 4K Ultra HD Steelbook [Blu-ray] [Limited Edition]

Preis: EUR 49,90

4.3 von 5 Sternen (628 Rezensionen)

5 Neu & Gebraucht erhältlich ab EUR 49,90


Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 06. September 2018 Review am: 04. September 2018
Erscheinungsjahr Film: 2018 Laufzeit: 140 Minuten
Filmstudio: Warner Home Video FSK: Ab 12 Jahren
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Bildformat:
2.35:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch Dolby Atmos
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10
Dolby Vision
Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV: LG OLED55B7D
Testgerät Player: Sony UBP-X700

„Ready Player One“ Trailer:

„Ready Player One“ 4K Blu-ray im Test – Bestnoten für Bild & Klang
4.7 (93.33%) 6 Bewertung[en]

5 KOMMENTARE

  1. Der Film ist gut. Vor zwei Wochen bei Apple auch mit Dolby Vision gekauft. Beim Media Markt habe ich eine VHS Version gefunden. Statt einer Blu-ray Hülle nahm man eine breitere Hülle in Form u d aussehen einer alten VHS. Witzige Sache, was man sich neben steelbooks so einfallen lässt.

  2. Lieber etwas weniger Kontrastintensivierung, als absaufende Details und damit Verlust von Bildinformation bei Dolby Vision. HDR gewinnt für mich hier diesmal.

    • @Thomas: HDR gewinnt in letzter Zeit immer öfter….lach…dafür gibt es genug Beispiele. Matrix UHD Bluray, Tomb Raider UHD Bluray, Pacific Rim Uprising UHD Bluray usw.

      Ich teile Deine Meinung…absaufende Details geht gar nicht!!!

      Dolby Vision, was oft als MASS ALLER DINGE vermarktet wird und auch von den DV Besitzern als Non-Plus-Ultra Must have angesehen wird, verliert immer mehr an GLAUBWÜRDIGKEIT als System.

      Interessant auch, das DV weiterhin ein optionales Nischenprodukt ist und bleibt, weshalb DISNEY auch nichts mehr von DV wissen will…andere Labels werden bald nachziehen und nix mehr in DV anbieten…
      schon deshalb, weil es kaum Hardware Unterstützer gibt und wegen unter 5% an DV Usern lohnt sich für die Labels der Aufwand fürs DV Mastering nicht.

      Auch im Heimkinobereich bei den Beamern gibt es kein DV. DOLBY VISION wurde fürs kommerziele Kino entworfen und würde auch im Heimkinobereich in dem Bereich am meisten Sinn machen. Auf der IFA wurde mir auf dem Sony Stand mitgeteilt, wenn DOLBY das ok geben würde, dann würde Sony auch mal was machen bei Beamern mit DV. Aber anscheinend hat Dolby daran kein Interesse …

      Auch vermarktungstechnisch hat Dolby verloren…was DV angeht. Wenigstens sieht es im Audiobereich besser aus, denn da hat sich Dolby mit ATMOS gut etabliert. Warum die dies im Bildbereich mit der Vermarktung nicht besser hinkriegen, wissen die Götter…was die Softwareveröffentlichungen mit DV angeht, sind das peinliche Veröffentlichungen, wenn HDR „besser“ abschneidet…

      • @Freak, da kann ich dir belichten! Hab mit den Leuten von JVC gesprochen und die meinten auch das es nicht vorgesehen ist, aber der NX 9 ja Auto – Mapping für die HDR Darstellung hat! Ich denke mal das viele Hersteller diesen Weg gehen und solch ein Mapping in ihre Geräte integrieren. Wie zum Beispiel auch Panasonic in ihre neuen UHD Player… Da fallen auch keine Lizenzgebühren für die Geräte an!
        Hast du dir die Vorstellung vom NX 9 angesehen? Die Leuchtkraft und das Bild waren jawohl der Hammer, oder?!

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